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Wieso ich mich selbstständig mache

von Selbstständigkeit in der Pflege

Die erste Frage, die mir meist gestellt wurde als ich meine Kündigung aussprach, war: “Und was machst du jetzt?” 

 

Ich mache mich selbstständig.

 

Und das klingt selbst in meinen Ohren noch sehr abenteuerlich. 

 

Eines kann ich dir sagen. Mein bisheriges Leben war nie darauf ausgelegt eines Tages ohne eine Festanstellung zu sein. Für mich galt immer die goldene Regel einen neuen Job zu haben bevor der alte gekündigt wird. Ich wollte nicht aus reinem Frust kündigen und im Nachgang erst nach Alternativen suchen.

Das bedeutet aber auch, dass ich mich von einem Job in den nächsten geflüchtet habe. Und so richtig glücklich bin ich nirgendwo geworden. Dabei ging es mir nicht schlecht. Tolle ArbeitskollegInnen, regelmäßiges Gehalt und die Stabilität sind massive Vorteile. Auf der anderen Seite stand meine persönliche und berufliche Entwicklung, die in Unternehmen nicht zu Trage gekommen ist.

Das ist kein Vorwurf per se.

Keine Zeit für das Eigentliche

 

Im operativen Geschäft ist kaum Zeit für MitarbeiterInnen und deren Entwicklung. Zudem ist oft nicht bekannt welche versteckten Talente im Personal zu finden sind. Eines habe ich aber in zwölf Jahren Gesundheitswesen gelernt: Viele Menschen in der Pflege wollen eine Veränderung. Viele können aber nicht benennen, was “Veränderung” für sie bedeutet. Für mich hieß es: “Selbstständig machen”. Eigenen Weg gehen. Vielleicht auf die Schnauze fliegen. Aufstehen. Weiter machen.

 

Der wahre Grund warum ich mich selbstständig mache

Natürlich gibt es mehrere Gründe für meine Entscheidung. Als ich 2019 eine Führungsposition in einem Krankenhaus übernommen habe, wollte ich vor allem eines: Den MitarbeiterInnen helfen. Sowohl in der täglichen Arbeit aber auch als Unterstützung in ihrer weiteren Entwicklung. Ich habe aber schnell gemerkt, dass dies im operativen Geschäft kaum möglich ist. Viel zu viel Zeit muss für organisatorische Dinge aufgebracht werden.

Die eigentliche Führungsarbeit bleibt auf der Strecke. Dabei gäbe es viel zu tun. Es kann die persönliche und fachliche Weiterentwicklung der MitarbeiterInnen forciert werden. Gespräche über das Teamgefüge und wer welchen Beitrag dazu leisten kann, sollten an der Tagesordnung stehen. Für all dies ist im Setting “Krankenhaus” kaum Zeit. Und das ist schade.

Im Pflegeberuf arbeiten so viele tolle, intelligente und engagierte Menschen. Sie haben es sich verdient, etwas zurückzubekommen. Finanziell. Mit richtig guten Schulungen. Mit Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Der  Moment, wenn dir die Tragweite deiner Entscheidung bewusst wird.

In dem ich mich selber aus dem “System” nehme, erhalte ich die persönliche und zeitliche Freiheit Menschen zu helfen. Oder weniger abgehoben, zu unterstützen. Mehr möchte ich eigentlich nicht. Reicht ja, oder? 

Ich habe vor langer Zeit gemerkt, dass es mir eigentlich gut geht. Natürlich raunze ich auch über diverse Problemchen, aber alles in allem führe ich ein gutes Leben. Jedoch kein selbstbestimmtes. Das ändert sich ab sofort.  

 

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Sei aktiv, kreativ und produktiv zwischen 7 und 15 Uhr

Als ich als Dipl. Pflegeperson nicht mehr “am Bett” gearbeitet habe, wechselte ich in einen 9 to 5 Job. Von Montag bis Freitag, ganz klassisch. Und erst da merkte ich wieder wie zum Teil unsinnig das Konzept ist. Es impliziert nämlich, dass wir alle zur selben Zeit produktiv sein sollen. Ich für meinen Teil arbeite aber in der Nacht am besten.

 

Womöglich durch mangelnde Ablenkung. Um die Mitternachtsstunden werde ich kreativ und schreibe Beiträge wie diesen. Ich habe kein Problem jeden Tag acht Stunden zu arbeiten. Ich hatte auch keine Schwierigkeiten 60 Stunden in einem Block am Bett zu stehen. Ich möchte aber selber entscheiden, wann ich produktiv sein kann und möchte.   

Niemand wartet zu Hause auf einen Anruf und freut sich auf einen zusätzlichen Dienst. Ich habe selber im Schichtdienst gearbeitet und kenne die Situation. Auf der anderen Seite muss eine Führungskraft dafür sorgen, dass der Regelbetrieb und die Versorgung der PatientInnen gewährleistet ist.

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Über: Karriere in der Pflege, Tipps und Motivation! 

Ideen scheitern schon während der Aussprache

Ideen haben wir alle. Sogar gute. Viele Ideen werden aber nicht ausgesprochen aus Angst für “blöd” gehalten zu werden. Dabei sind Ideen von Menschen aus der Praxis Gold Wert. Werden diese Ideen ausgesprochen und vorgeschlagen, so passieren meist zwei Dinge: Sie werden zur Kenntnis genommen. Dann bildet sich eine Arbeitsgruppe.

Danach wird eine Umsetzung geplant, die nie statt findet. Doch nicht machbar. Die zweite Variante endet mit einer abrupten Verneinung. In beiden Fällen fühlen sich MitarbeiterInnen nicht wertgeschätzt. Und das ist übel. Denn was passiert? Diese Person wird nie wieder oder kaum nochmals einen Beitrag leisten wollen.

So ging es mir während meiner gesamten Karriere im Pflegeberuf. Als Dipl. Pflegeperson, aber auch in der Leitungsposition. Deshalb kam ich zu der Ansicht, dass Veränderung von Außen stattfinden muss. Mir wurde aber auch schnell klar, dass dies nur als selbstständiger Unternehmer geht.

 

Die Chance etwas zu verändern

Anschließend an den letzten Absatz, möchte ich erwähnen, dass ich eine Veränderung vorantreiben möchte. Dies wird nicht von heute auf morgen passieren. Und auch nicht alle Pflegepersonen in Europa beeinflussen.

Aber ich möchte einen Fußabdruck hinterlassen.

 

Deshalb werde ich mein eigenes Unternehmen gründen. Mit im Gepäck ist dann eine Software, die für alle Pflegepersonen in Europa verfügbar sein wird. Folgende Kernpunkte möchte ich damit in Angriff nehmen:

  • Schnelle Vernetzung von Unternehmen und Pflegepersonen
  • Live Video Call (Wieso müssen wir uns heutzutage persönlich für ein Gespräch treffen)
  • Karriereberatung
  • Unternehmensberatung (Unternehmen müssen umdenken. Pflegepersonen werden händeringend gesucht. Um das richtige Personal zu finden muss die Rekrutierung neu gedacht werden).
  • Pflegepersonen den Pfad in die Selbstständigkeit ebnen
  • Pflegepersonen mit Unternehmen matchen (keine Pooldienste, sondern auf selbstständiger Basis)
  • Weiterbildungen (richtig gute, nicht die wo ich nach 2 Minuten einschlafe)
  • U.v.m

Im Groben kann ich sagen, dass ich es Pflegepersonen ermöglichen möchte selbstbestimmt zu arbeiten. Wir können das. Wir können auch neue Berufe entstehen lassen. Auch das geht. Dazu hier mehr in den kommenden Wochen.

 

Wenn dir das zusagt, dann folge mir auf den sozialen Kanälen oder noch besser, trage dich in meinen Newsletter ein. Dort bist du unter den Ersten die meine Neuigkeiten und Tipps lesen können.

Zusammenfassung

Ich mache mich selbstständig weil ich andere Pflegepersonen unterstützen möchte. Und darauf freue ich mich. Sehr. Wir können so viel voneinander lernen. Außerdem möchte ich dafür sorgen, dass Unternehmen merken wie sie Pflegepersonal rekrutieren aber auch behalten können. 

 

Wir sind da als Pflege in einer sehr guten Position und können uns den Job aussuchen. Es ist an der Zeit, dass dies sich in den Arbeitsbedingungen widerspiegelt. 

 

Schreibe mir doch einen Kommentar oder eine Email über deine Gedanken. Was beschäftigt dich zur Zeit. Bleibt natürlich unter uns und gerne anonym.

Sharing is Caring!   🙂