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Es gibt kein Richtig oder Falsch

von Pflegealltag

Ich verrate dir ein Geheimnis guter Führungskräfte. Gute Führungskräfte entscheiden! Mal für Option A. An anderer Stelle für Option B. Wie sie das machen? Es gibt kein Richtig oder Falsch!

Bist du auf der Suche nach einer Führungsposition im Gesundheitswesen? Oder hast diese schon seit kurzer Zeit inne? In welcher Phase du dich auch befindest: Herzlichen Glückwunsch. So eine Rolle anzunehmen ist eine große Herausforderung. Pflegepersonen, die sich entscheiden eine Leitungsrolle zu übernehmen, werden – so kommt es mir immer mehr vor – seltener. Ist es die Verantwortung? Sind es die Entscheidungen die täglich getroffen werden müssen?

 

Der wichtigste Tipp, den ich dir geben kann ist folgender. Aber pssst…. (ur geheim):

Es gibt kein Richtig oder Falsch! 

 

Noch einmal: Es gibt kein Richtig oder Falsch.

 

Folgend erkläre ich dir warum.

Kommunikation ist alles!

Es gibt nur schlechte Kommunikation. Ja. In meiner Anfangszeit als Führungskraft stand ich oft vor einer Entscheidung mit zwei, drei Optionen. Und natürlich habe ich abgewogen. Und natürlich war ich unsicher welche Entscheidung die Beste für alle ist.

Was ist besser für diese Mitarbeiterin? Soll ich lieber die andere Kollegin fragen ob sie einspringt? Vor allem in der Anfangszeit wollte ich mir keine “Feinde” machen. Aber Entscheidungen müssen gefallen werden. Und in den meisten Fällen sind die Mitarbeiterinnen bereit deine Entscheidung mitzutragen. Wenn du deine Entscheidung transparent kommunizieren kannst. Und nur dann! Eine mangelnde oder fehlende Kommunikation führt zu Unmut und Misstrauen im Team. Mangel an Zeit ist übrigens ein Grund wieso ich mich selbstständig gemacht habe.

Im Idealfall gibt es Daten, mit denen du deine Entscheidung begründen kannst. Das kann die Anzahl an Überstunden sein. Wenn es also darum geht zu entscheiden wer morgen nicht in den Dienst kommen soll sind solche Zahlen nützlich. So kannst du Schwarz auf Weiß zeigen wieso du deine Entscheidung so getroffen hast.

Entscheidung treffen, im Nachgang bestätigen

Übrigens tendieren wir als Menschen dazu Entscheidungen zu treffen und erst im Nachhinein Gründe zu finden, wieso diese nun die Richtige war. Ich bestätige mich also im Nachgang selber. Manifest wird es zum Beispiel, wenn sich ein/e Mann/Frau für die kommende Partner/in entscheiden muss und zwei (oder Gott bewahre, mehr) Personen zur Wahl hat (Well done, übrigens).

 

Ganz gleich auf wen die Wahl trifft, unser Gehirn sorgt nachträglich für eine Bestätigung der Richtigkeit. Auch wenn eventuell die andere Person für einen Ritt auf weißem Pferd geeigneter sein mag. Wir bestätigen uns selber. “Ja, der Herbert ist der Richtige. Jetzt bin ich mir sicher!” 

 

Robert B Cialdini beschreibt es in seinem Buch “Die Psychologie des Überzeugens” sehr gut (Klare Kaufempfehlung, keine Werbung).

Folge mir!

Warum das so tricky ist

Die meisten deiner relevanten Entscheidungen werden sich auf deine MitarbeiterInnen beziehen. Nachdem wir alle Menschen sind, ist es besonders hier schwierig “richtige” Entscheidungen zu treffen. 

 

Wieso?

Wir alle haben ein Leben außerhalb des Krankenhauses. Private Termine. Bekannte. Jeder Führungskraft ist das klar. Vor allem wenn es um die Nachbesetzung von Diensten geht, wissen wir, dass wir womöglich in das Privatleben eingreifen. 

 

Niemand wartet zu Hause auf einen Anruf und freut sich auf einen zusätzlichen Dienst. Ich habe selber im Schichtdienst gearbeitet und kenne die Situation. Auf der anderen Seite muss eine Führungskraft dafür sorgen, dass der Regelbetrieb und die Versorgung der PatientInnen gewährleistet ist.

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Es spielen also viele Faktoren eine Rolle, die eine Entscheidung “richtig” oder “falsch” macht. An dieser Stelle sei aber gesagt, dass du es nie allen genehm machen wirst. Es wird immer Leute geben, die mit Entscheidung A unzufrieden sind. Dieselben sind aber auch mit Entscheidung B unzufrieden.

Richtig oder Falsch – Frage dein Team

Knigge für Führungskräfte gefällig? Gerne! 

 

Nehmen wir an, es steht eine wichtige Entscheidung an. Du bist dir nicht ganz sicher was am vernünftigsten ist, hast aber ein, zwei Optionen. Dann sprich mit deinem Team! Deine MitarbeiterInnen sind eine tolle Quelle. Nütze sie. Frage sie wie sie entscheiden würden.

 

So bekommst du einen sofortigen Input und du findest so auch heraus für welche Entscheidung ein breiter Konsens gegeben ist. Ein weiterer positiver Effekt: Das Team fühlt sich in Entscheidungen eingebunden und damit wertgeschätzt.

 

Das ist kein Trick, sondern einfache Psychologie. Ich habe mich auch immer gefreut wenn meine Stationsleitung mich um Rat gebeten hat. Wir sind doch alle Menschen. Lasst uns auch so handeln!

Zusammenfassung

Ich hoffe ich konnte dir aufzeigen, dass es bei vielen Entscheidungen kein Richtig oder Falsch gibt. Schlimmer als eine potentiell falsche Entscheidung zu treffen, ist es gar keine zu treffen. Wir treffen unzählige Entscheidungen. Jeden einzelnen Tag. Als Führungskraft haben diese oft weitreichende Auswirkungen. Das ändert aber nichts daran, dass diese getroffen werden müssen. Dein Team wird es dir danken! 

Was denkst du über das Thema? Gibt es ein Richtig oder Falsch?

 

Ich freue mich über jedes Kommentar!

Sharing is Caring!   🙂

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