Was ist ein Hydrolat?

Na, jetzt wird es spannend.

Nimm dir zwei, drei Minuten! Denn jetzt tauchst du in die Welt der Hydrolate ein. Ich erzähle dir wie sie hergestellt und angewendet werden können!

Du sieht hier ein Hydrolat einer Nordmanntanne. Destilliert habe ich hier die Reste eines Verkaufsstandes von Christbäumen. 

Was ist ein Hydrolat? Eine Frage, die mir in letzter Zeit häufiger gestellt wurde. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle dem Thema etwas annähern.

Das Wort Hydrolat setzt sich aus der griechischen Silbe „hydro“ (Wasser) und der französischen Silbe „lait“ (Milch) zusammen. Umgangssprachlich könnte man also Milchwasser zu einem Hydrolat sagen. Wer zum ersten Mal ein eigenes Hydrolat herstellt, wird schnell feststellen woher der Name rührt.

 

 

Die Herstellung von Hydrolaten

 

Es ist noch nicht lange her, da habe ich im Rahmen meiner Ausbildung zum Kräuterpädagogen das Wort „Hydrolat“ gehört. Dieses Hydrolat entsteht als Neben, bzw. Abfallprodukt (später dazu mehr, wieso dieser Ausdruck keines Falls verwendet werden sollte) einer Wasserdampfdestillation.

 

Destilliert werden hauptsächlich Kräuter und Pflanzen (und deren Teile, wie Blätter, Stängel und Blüten) um ätherische Öle zu gewinnen. Werden z.B.: frische oder getrocknete Pfefferminzblätter destilliert, so gewinnt der Anwender ein Pfefferminz Hydrolat und das ätherische Öl.

Da das Öl auf der Wasseroberfläche schwimmt, kann es anschließend entnommen und in der Aromatherapie verwendet werden.

 

Das ätherische Öl kann und wird mit seiner hohen Konzentration besser und teurer verkauft (Ich habe Öle gesehen, die für über € 20 für 5ml über die Theke gegangen sind). Das Hydrolat (welches in einer wesentlich größeren Menge vorliegt) wird seitens der großen Firmen meist entsorgt. Wieso ist dem so?

 

Haltbarkeit

Wird ein Hydrolat nicht eigens konserviert (z.B.: mit Alkohol), so ist seine Haltbarkeit selbst bei ordnungsgemäßer Lagerung begrenzt. Zumindest habe ich das oft bei diversen Firmenseiten gelesen. In der Literatur wird gerne eine Haltbarkeit von ein bis zwei Jahren angegeben (dunkel lagern, 8 – 14 Grad Celsius)

 

Lagerung

Ätherische Öle werden in kleinen Mengen gewonnen. Selbst bei der Destillierung von 1000 Kg Rosen, werden nur wenige Milliliter des kostbaren Öls produziert. Die Menge, die gelagert werden muss, ist vergleichsweise gering. Im selben Prozess können aber mehrere hundert Liter (!) Hydrolat entstehen. Und die Lagerung dieser Mengen ist logistisch eine ganz andere Herausforderung. Zudem ist, wie oben erwähnt, die Haltbarkeit eingeschränkt.

 

Wasserqualität

Hydrolate sollten aus reinem Quellwasser hergestellt werden. Und damit ist schon klar: Das ist nicht jeder Firma möglich. Tafelwasser ist in seiner Qualität nicht schlecht, jedoch fehlt es da bereits an Inhaltsstoffen, die ein Anwender in einem Hydrolat haben möchte. Wenn es also möglich ist, sollte Quellwasser oder ein anderes hochwertiges Wasser verwendet werden.

 

Dabei ist es unbestritten welche tollen Eigenschaften Hydrolate haben. In dem Pflanzenwasser sind vor allem wasserlösliche Inhaltsstoffe nachweisbar, die es bei den ätherischen Ölen nicht oder nur in geringer Form gibt.

Natürlich ist die Konzentration in einem Hydrolat wesentlich geringer. Dies bedeutet aber auch, dass eine Anwendung in vielerlei Hinsicht unbedenklicher ist als bei ätherischen Ölen.

 

Wofür kann ein Hydrolat verwendet werden?

 

Je nachdem welche Pflanze destilliert wird, kann das Hydrolat in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Dabei findet das Pfefferminz Hydrolat bei anderen Symptomen Anwendung (z.B.: zur Darmregulierung) als das Hydrolat der Schafgarbe (toll bei Ödemen).

Wie bei einem Tee, einer Tinktur oder einem ätherisches Öl, muss auch bei einem Hydrolat darauf geachtet werden, welche Symptome vorherrschen.

Im Allgemeinen lässt sich aber sagen, dass Hydrolate toll in den Alltag integriert werden können und der Einsatzbereich nur der eigenen Phantasie im Wege steht.

Um nur ein paar Beispiele zu nennen, folgend Anwendungsbereiche von Hydrolaten:

 

 

Hydrolate – Anwendungen

 

 

Kalte/warme Kompressen

 

Raumspray (z.b.: Hydrolat einer Nordmanntanne oder anderen Conifere)

 

Als Spray für den Körper/das Gesicht (z.b.: bei Sonnenbrand

 

Als Extrakick beim Bügeln: Lavendel Hydrolat zum Wasser dazu mischen

 

Als Getränk (entweder um Symptome zu lindern oder als Wachmacher)

 

In der Küche als Eiswürfel, als Zusatz in Gerichten oder Cocktails

 

Meine erste Destille: Eine 3 Liter Alquitara

Ich könnte die Liste noch lange weiterführen. Worauf ich hinaus möchte: Du kannst beliebig entscheiden wie ein Hydrolat eingesetzt wird. Einen weiteren Vorteil sehe ich in der Handhabung, denn: Hydrolate sind mit ihrer Konzentration wesentlich sorgsamer einzusetzen als ätherische Öle.

Während zwei Tropfen eines Pfefferminzöles für die Behandlung von Kopfschmerzen (verdünnt auf die Schläfen aufgetragen) vollkommen ausreichen, kann eine „Überdosierung“ desselben Hydrolats nicht geschehen.

Bei manchen Hydrolaten ist bei Kindern unter drei Jahren und in der Schwangerschaft Vorsicht geboten. Ansonsten sind diese tollen Produkte bedenkenlos zu verwenden.

 

 

Und was ist kein Hydrolat?

 

Analog zu „ätherischen Ölen“, die mancherorts verkauft werden, muss auch bei Hydrolaten auf die Qualität und Herkunft geachtet werden. Wasser, das mit ätherischen Ölen versetzt wird, ist kein Hydrolat!

Ein Hydrolat, in dem sich Parabene und Rosenextrakt befindet, kann kein destilliertes Hydrolat sein. Idealerweise ist auf der Flasche erkennbar, welchen Ursprung die Pflanze hat, wann destilliert wurde und welche Filtration (falls – zu dem mehr in einem kommenden Beitrag) vorgenommen wurde.

Ein Beispiel noch: Auf Grund der feinen Blüten des Jasmin, wird diese Pflanze nicht destilliert. Die Blüten würden durch den Wasserdampf zerfallen und eine Ölausbeute wäre nicht möglich.

Deshalb wird das Öl der Jasminblüte durch eine chemische Extraktion gewonnen. Dies bedeutet jedoch, dass es kein Hydrolat geben kann! Verkauft wird entweder ein chemisches Produkt oder eine Mischung aus Wasser und dem Extrakt der Jasminblüte. Hier ist also Vorsicht geboten!

 

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Ich habe im Beitrag in der Einleitung erwähnt, dass ich hier keinesfalls von Abfallprodukten während einer Destillation sprechen möchte, Vielleicht ist dir klar geworden, wieso dem so ist. Ätherische Öle sind eine tolle Sache (ich benutze viele selber), aber Hydrolate sollten in ihrer sicheren Anwendung und den tollen Wirkungen auf keinen Fall negiert werden.

Zudem musst du folgendes bedenken: Da es Inhaltsstoffe in einer Pflanze gibt, die hydrophil (wasserlöslich) sind, können diese nur in einem Hydrolat gefunden werden.

Lipophile Inhaltsstoffe können wiederum nur im Öl auftreten. Es macht also durchaus Sinn beide Welten der Pflanzen zu gewinnen. Schließlich wird Pflanzenmaterial destilliert und dadurch in Komponenten aufgespalten.

Wieso also nicht beide Komponenten (Wasser und Öl) im Alltag wieder vereinen?

 

Eine letzte Sache möchte ich noch erwähnen: Hydrolate in den eigenen vier Wänden herzustellen, ist nicht schwer.

Eine kleine Destille gibt es in Onlineshops für knapp über €100. Sobald diese eintrifft, kann mit dem Herstellen eigener Hydrolate begonnen werden.

Zudem stellt sich bei Hydrolaten schnell ein Erfolg ein. Wäre ich nur darauf aus, ätherische Öle zu gewinnen, hätte ich wohl schon aufgegeben. Bei keiner meiner Destillation konnte ich mehr als 0,5 Milliter Öl gewinnen.

Muss ich aber auch nicht. Ich belasse das Öl im Hydrolat und verlängere dadurch auch noch die Haltbarkeit!

 

Hast du schon eigene Hydrolate hergestellt oder welche verwendet? Schreibe mir in den Kommentaren! Ich antworte auf jeden Fall!

 

 

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