Hydrolate destillieren – Mein guide

Hydrolate zu destillieren ist kein Hokuspokus. Zu bedenken gibt es die eine oder andere Sache aber schon

Mein Guide soll dir die Enstieg erleichtern und gibt dir Tipps & Tricks an die Hand 

Ich destilliere noch nicht sehr lange Kräuter zu Hydrolaten und ätherischen Ölen. Dennoch habe ich zum Zeitpunkt dieses Beitrags bereits 12 Mal die Destille in Betrieb genommen.

Dies bedeutet, dass ich ca. 6 Liter an Hydrolaten in meinem Kühlschrank stehen habe. Und wesentlich weniger ätherisches Öl! Natur der Sache. Im Gegensatz zu vielen anderen Destillateuren habe ich noch keine jahrelange Erfahrung. Aber in der kurzen Zeit konnte ich bereits einige Dinge lernen. Diese Tipps zum Destillieren von Hydrolaten möchte ich dir auf den Weg mitgeben.

Info: Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert! Jede Erfahrung die ich sammle, werde ich hier notieren. Es lohnt sich also von Zeit zu Zeit reinzulesen.

 

 

Worauf beim Destillieren von Hydrolaten zu achten ist

 

Kühlung

Die Kühlung der Destille ist unheimlich wichtig. Ich kann das nur wiederholen: Kühle deine Destille! Warum? Ein Prinzip der Destille ist die Abkühlung des aus dem Heizkessel aufsteigenden Dampfs. Der Dampf (gasförmig) muss von außen gekühlt werden um wieder in einen flüssigen Zustand versetzt werden zu können. Der abgekühlte Dampf wird dann über das Geistrohr aufgefangen. Das Hydrolat und das ätherische Öl können demnach gewonnen werden.

Dieser Effekt ist am größten, wenn für ausreichend Kühlung gesorgt wird. Sonst wird die Destille warm und der Effekt abgeschwächt. Es rinnt zwar immer noch Hydrolat aus dem Geistrohr aber keineswegs in einer gewünschten Geschwindigkeit.

Wie kühlst du nun am besten?

 

 

Eine Möglichkeit eine Destille zu kühlen: Den Hut mit Eis füllen (auf dem Bild in der blauen Schüssel)

Kommt drauf an. Ich arbeite mit einer 3 Liter Alquitara Destille. Diese verfügt über einen Wasserzugang und einen Abgang am Hut (oberster Teil der Destille). Naheliegend ist also eine Kühlung mit fließendem Wasser.

Ich hatte einige Versuche bevor ich nun eine Lösung gefunden habe, die ich für sinnvoll halte. Zu Beginn habe ich eine Wasserpumpe in einem Kübel als Zufluss der Destille verwendet.

 

Diese kleinen Dinger sind leider nicht sehr leistungsstark und so kommt (vor allem bei einem Höhenunterschied zwischen Pumpe und Destille) das kühle Wasser nur sehr langsam bei der Destille an.

Zurzeit habe ich die Wasserpumpe erhöht auf einem Kübel stehen. Das Wasser hat einen kürzeren Weg mit weniger Widerstand.

Zudem lasse ich das Wasser aus dem Hahn direkt in den Kübel fließen. Alles in allem habe ich nun einen geschlossenen Kreislauf mit wenig Wasserverlust.

Je nach Länge der Destillierung kann der Wasserverbrauch schnell einige Liter des kostbaren Guts übersteigen.

Eine weitere Möglichkeit die Destille zu kühlen? Mit Eis! Der Hut meiner Destille hat das ähnliche Volumen einer Suppenschüssel.

Ich habe also die Schüssel mit Wasser in das Tiefkühlfach gegeben und beim Destillieren umgedreht auf den Hut gelegt. Nachteil: Das Eis schmilzt in nur wenigen Minuten. Für eine Destille von einer halben Stunde braucht man schon 2 bis 3 dieser großen Eisblöcke.

Fazit: Die Destille zu kühlen ist ein absolutes Muss. Vor allem bei längeren Destillierungsvorgängen. Fließendes Wasser erzielt dabei den besten Effekt!

Reinigung

Nicht ganz so wichtig, oder? Leider falsch! Ich verwende oftmals genauso viel Zeit zum Destillieren, wie für die Reinigung. Eine saubere Destille garantiert ein reines Ergebnis. Du willst doch keine Rückstände von Kamille in deinem Fenchelhydrolat haben.

 

Hast du eine Destillation beendet, beginnt die eigentliche Arbeit. Denn: Alle Einzelteile müssen gründlich gereinigt werden. Ich nehme dafür die Destille auseinander und spüle alle Teile aus.

Danach fülle ich den Brennkessel vollständig mit Wasser, füge etwas Salz und Apfelessig hinzu und lasse die Destille zusammengesteckt nochmal heiß werden.

 

So bald es aus dem Geistrohr dampft, warte ich ca. 15 Minuten. Danach wird die Destille mit lauwarmem Wasser abgespült und getrocknet.

 

Als ich mein erstes Pfefferminzhydrolat gemacht habe, war ich bei der Reinigung nachlässig. Dies habe ich beim nächsten Vorgang bereut. Vor allem so intensive Kräuter wie Pfefferminze, Fenchel oder Melisse sind sehr dominant. Eine Reinigung ist demnach umso wichtiger.

 

Im weiten Internet kursieren viele Tipps und Tricks zum Reinigen von Destillen. Sie werden alle ihre Berechtigung haben. Ich reinige meine Destille außen mit einem feuchten Tuch, welches ich in eine Essig-Salz Lauge tauche.

LESENsWERT

Weitere Tipps zum Reinigen findest du hier:

Reinigung bei Copper Alembic

Infos zum Destillieren – Destillatio

Reinigung mit Ketchup

Fassungsvermögen des Brennkessels vs. Pflanzenmaterial

Vielleicht ist dieser Punkt für dich klar. Für mich war er es vor dem Kauf meiner Destille nicht. Das Volumen des Brennkessels (in meinem Fall 3 Liter) hat nichts mit dem Fassungsvermögen des Aromakorbs zu tun. Dies bedeutet: Eine Destille kann 3 Liter Wasser fassen aber nur zwischen 150 und 250 Gramm an Kräutern.

Wieso so eine Bandbreite: Je feiner das Pflanzenmaterial, desto mehr kann in die Destille gefüllt werden. Naiv wie ich war dachte ich, dass ich mit einer 3 Liter Destille ebenso viel an Rohmaterial destillieren kann.  

 

Fassungsvermögen des Aromakorbs – In diesem Fall 150 Gramm Pfefferminze

 

Der pH-Wert des Hydrolats

 

Vereinfacht beschrieben zeigt der ph-Wert an, wie sauer oder basisch eine Flüssigkeit ist. Ein pH-Wert von 7 bedeutet ein neutrales Destillat.

Hydrolate sind recht fragil und bedürfen einer ordnungsgemäßen Lagerung. Je saurer (ph-Wert kleiner als 7) ein Hydrolat ist, desto länger ist es haltbar.

 

 

Ausgewählte pH-Werte verschiedener Kräuter

Basierend auf meinen Messungen 

 

Lavendelblüten 4,65
Pfefferminze 6,25
Nordmanntanne 6,3
Melisse 4,7
Schafgarbenkraut 4,2
Kamillenblüte 6,7
Fenchel,bitter 5,79

 

Ihre Anmeldung konnte nicht validiert werden.
Ihre Anmeldung war erfolgreich.

Das ist ein Bingo!

Melde dich an und erhalte exklusiven Inhalt bevor ich diesen online stelle!

Sobald du "Anmelden" klickst, zeigst du dich mit meiner Datenschutzerklärung einverstanden.

 Deine E-Mail-Adresse wird ausschließlich dafür genutzt um dir meinen Newsletter zu senden. Du kannst dich jederzeit über den in jeder E-Mail enthaltenen Link abmelden.

Hygiene muss sein

 

Hygienische „Vorschriften“ gibt es beim Zusammensetzen der Destille nicht. Sobald aber die ersten Tropfen aus dem Geistrohr entweichen muss auf Sauberkeit geachtet werden. Das Auffanggefäß sollte so sauber wie möglich sein.

Ich habe Weißglasflaschen mit einem Volumen von 250 ml und fülle meine Hydrolate direkt ein. Die Falschen reinige ich vorher mit 96% Alkohol (Weingeist – gibt es in der Apotheke) und lege sie dann bei 220°C für 20 Minuten in den Backofen.

 

Suzanne Catty empfiehlt in ihrem Buch (kein Affiliate) das Hydrolat mit einem ungebleichten Kaffeefilter zu filtern. Der Filter sollte vorher ein paar Mal in der Mikrowelle erhitzt werden (nur für wenige Sekunden).  

 

Achte auf die Wasserqualität

 

Reines Quellwasser wird als die beste Basis für Hydrolate gesehen. Dies macht durchaus sein.

Unter uns: Ich verwende das Leitungswasser in meiner Wiener Wohnung. Das Wiener Wasser ist von hervorragender Qualität und hat bei mir einen pH-Wert von 7,4. Eigens Quellwasser zu kaufen, finde ich etwas zu umständlich und kostspieliger.

Wenn es aber die Möglichkeit gibt, dann solltest du zu Quellwasser greifen!

 

 

 

Ich hoffe du konntest einen Einblick gewinnen, wie Hydrolate destilliert werden. Schreibe mir deine Fragen in den Kommentaren!

In aller Kürze und Würze: Wien | 1985 | Dipl. Krankenpfleger | Dipl. Kräuterpädagoge in Spe | Blogger | Ehemann

Wenn du mehr über mich erfahren möchtest, dann lies besuche meine “About” Seite. Dort siehst du auch wie du mich am besten erreichen kannst. Um was geht es hier? Dies und das, aber immer in Bezug auf die Themen “Gesundheit” und “Krankenpflege”.

Wichtige Information: Ich blogge hier über persönliche Erfahrungen bzw. recherchiere die hier vorgestellten Themen. Der hier publizierte Inhalt ersetzt keinen Arztbesuch. Ich beschreibe in meinen Posts nur Dinge, die das Wohlbefinden steigern können. Bei anhaltenden Beschwerden solltest du deinen Arzt konsultieren und dich niemals auf nur auf eine Therapieform verlassen!

Pin It on Pinterest

Share This