wie jetzt? Waldbaden? Der nächste trend aus fernost?

Waldbaden erfreut sich in Europa immer größerer Beliebtheit. Was es mit dem vermeintlichen Trend auf sich hat erfährst du hier!

Schon von Waldbaden gehört?

Handelt es sich hier um einen weiteren – temporären – Gesundheitstrend oder ist es doch mehr? Ich möchte dir in diesem Artikel näher bringen was Waldbaden bedeutet. Zudem wirst du erfahren welchen Effekt Waldbaden auf unseren Körper hat.

 

Waldbaden – Alles nur ein Hype?

Als ich Waldbaden zum ersten Mal gehört habe, konnte ich nichts mit dem Begriff anfangen. Ich hatte das Bild von sich gegenseitig Zöpfe flechtenden Hippies im Kopf. Von Menschen, die Bäume mit Namen ansprechen und ihre Rinde liebkosen.

Nach und nach bemerkte ich aber, dass ich selber schon oft im „Wald gebadet“ bin. Nicht falsch verstehen: Du musst dich nicht in der Erde wälzen oder Bäume umarmen (wobei es auch nicht schadet) um den therapeutischen Effekt des Waldbadens zu erfahren. 

 

 

 

 

 

Gerüche kann unser Gehirn über Jahrzehnte abspeichern. Sobald einem der bekannte Duft wieder in die Nase steigt, werden Erinnerung wach.

 

Den selben Effekt kennst du vielleicht von Tee, einem Brustbalsam oder einer Marmelade, die deine Großmutter einst machte. Wir verbinden Erinnerungen mit Gerüchen. Ungewollt und unbewusst.

 

Viele meiner Kindheitserinnerungen verbinde ich mit dem Geruch eines Waldes. Sobald ich einen Wald betrete schießen die Erinnerungen wie ein Blitz durch meine Synapsen. Der Geruch nach Moos, Pilzen, ätherischen Ölen. All dies verbinde ich mit einem Wald.

 

 

So verwundert es nicht, dass Waldbaden an Popularität gewinnt. Der typische „Waldgeruch“ ist nichts anderes als die ätherischen Öle, die von den Baumnadeln abgegeben werden.

 

Bäume schützen sich vor allem im Sommer vor der Sonneneinstrahlung und sondern das ätherische Öl ab. Es macht also durchaus Sinn Kliniken und Rehabilitationszentren in der Nähe eines Waldes zu bauen.  Viele Rehabilitationskliniken befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Wäldern oder sogar mittendrin.

Und wer hat das Waldbaden erfunden?

 

Nein, die Schweizer waren es nicht. Der Begriff Waldbaden wurde Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts durch das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei geprägt. Shinrin-yoku, wie die Japaner Waldbaden nennen, erfreut sich im Land der aufgehenden Sonne seit jeher großer Beliebtheit.

Was bedeutet Shinrin-yoku?

Das Wort lässt sich aus dem Japanischen nicht 1:1 übersetzen, bedeutet aber ähnliches wie „Baden in der Atmosphäre des Waldes“ bzw. „Waldbaden“.

 

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Waldbaden – Studien belegen den positiven Effekt

 

Eine in Japan durchgeführte Studie beschäftigte sich mit den körperlichen und psychischen Auswirkungen des Waldbadens. Dabei wurden jeweils sechs Personen in einen Wald und in ein Stadtgebiet entsandt. Am nächsten Tagen wurde der Versuch vice versa durchgeführt.

 

Um den Test objektiv gestalten zu können, wurden bei den Personen Speichelproben genommen um den Cortisollevel (umgangssprachlich Stresshormon genannt) zu messen. Zudem wurde der Puls, der Blutdruck und die Herzfrequenzvariabilität gemessen.

Obwohl die Probanden maximal 20 Minuten im Wald verbrachten (sitzend oder spazierend) konnten alle Vitalparameter gesenkt werden. (Bum Jin Park, 2009)

In der selben Studie wird erwähnt, dass der Mensch 5 Millionen Jahre gewohnt war in der Natur zu leben.

Unsere psychologischen Funktionen scheinen dieses Umfeld getrimmt zu sein. Mir gefällt der Gedanke, dass unser Körper positiv reagiert, wenn er – aus evolutionärer Sicht – in sein ursprüngliches Umfeld zurückkehrt.  

 

 

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Die aktuellste Studie, die ich zum Thema Waldbaden finden konnte, stammt aus Polen. In der nordöstlichen Stadt Olsztyn wurden 50 Patienten einer psychiatrischen Klinik vor und nach Aktivitäten in einem Wald untersucht. In 1 ¾ Stunden konnten die Personen Spazieren gehen, Dehnübungen durchführen oder einfach die Landschaft beobachten. Bei allen Probanden wurde vor und nach der therapeutischen Einheit eine Befragung mit der POMS Skala (65 Fragen zur psychischen Befindlichkeit) durchgeführt. Alle Probanden konnten nach dem Waldbaden eine Besserung folgender Symptome angeben: Depression, Ärger, Verwirrung, Müdigkeit, etc.

Die Autoren geben jedoch zu bedenken, dass während der Studie nicht kontrolliert wurde welche Medikation die Patienten innerhalb des Tages bekamen. Es blieben demnach Fragen ungeklärt. (Ernest Bielinis, 2019)

 

 

 

Waldbaden – Gekommen um zu bleiben?

 

 

Waldbaden findet in Europa immer mehr Zuspruch und Fans. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass Aktivitäten im Wald körperliche und psychische Symptome verbessern können. Es macht also durchaus Sinn, sich in der Freizeit in Wälder zu begeben um den Stress des Alltags zu entfliehen.

Durch die körperliche Betätigung in der Natur kann der Akku wieder aufgeladen werden. Apropos Akku: Schalte dein Smartphone beim Waldbaden ganz aus.

Obwohl Waldbaden in Japan eine eigene Wissenschaft ist, kann ich mit der Begrifflichkeit selbst nicht viel anfangen. Es handelt sich hier nicht um eine neue Erkenntnis. Die Menschheit weiß seit Jahrzehnten und länger Bescheid darüber wie gut uns die Natur helfen kann.

In Österreich gehen wir wandern. Ob wir es wollen oder nicht, Waldbaden ist genau das was wir machen. Wir entspannen uns an der mit ätherischen Ölen getränkten Luft. Wir beobachten die Bäume, schnuppern an Pflanzen und horchen der Tierwelt zu.

Wenn Waldbaden also dazu führt, dass mehr Menschen sich auf ihren Ursprung besinnen, dann kann ich den Trend nur begrüßen. Ob nun Waldbaden, Wandern, oder Spazieren. Jede Stunde, die wir fernab von Smartphones verbringen, hilft uns.

 

 

waldbaden für zu hause? So geht`s!

 

Ich habe nicht die Möglichkeit jeden Tag einen Wald aufzusuchen. Obwohl ich in Wien wohne und der Wienerwald nahe liegt, schaffe ich es kaum in meiner Arbeitswoche in die Natur. Also muss die Natur zu mir. Das ist mit ätherischen Ölen wunderbar zu schaffen.

Die ätherischen Öle von Bäumen sind wahre Wunderwerke und können mehrere Hundert Inhaltsstoffe vorweisen. Die vorherrschenden Stoffe sind dabei Monoterpene, Monoterpenester, Sesquiterpene, Sesquiterpenketone und Oxide.

Monoterpene sind die Hauptinhaltsstoffe der Kiefergewächse in Mitteleuropa. Sie wirken aktivierend, erfrischend, und vitalisierend. Monoterpenester sind in ihrer Konzentration geringer vorhanden, riechen blumig und „werden auch als die Glücksmacher innerhalb der Wirkstoffgruppen bezeichnet“. (Anusati Thumm, 2019)

 

Sesquiterpene (und die Ketone) gelten als beruhigend und stabilisierend. Vor allem chronische Krankheiten, allergische Reaktionen und Entzündungen können mit diesem Wirkstoff gut behandelt werden. (Zimmermann, 2011)

 

Im Gegensatz zu unseren heimischen Bäumen haben die Öle der Atlas, – und Himalayazeder einen deutlichen höheren Anteil. (Anusati Thumm, 2019)

 

Und die Oxide? Das häufigste Oxid in ätherischen Ölen ist das 1,8 – Cineol, welches für den charakteristischen Duft in Erkältungsprodukten sorgt. Die Verwendung findet vor allem in der Erkältungszeit einen hohen Zuspruch. Oxide wirken schleimlösend und auswurffördernd. (Anusati Thumm, 2019)

 

 

Die Palette an ätherischen Baumölen ist groß. So findest du in einschlägigen Webshops Öle der Waldkiefer, Zirbelkiefer (toll für einen erholsamen Schlaf), der Lärche, der Zypresse, u.v.m.

 

 

 

Quellen:

 

 Ernest Bielinis et. al (2019). The Effects of a Forest Therapy Programme on Mental Hospital Patients with Affective and Psychotic Disorders. International Journal of Environmental Research and Public Health.

Anusati Thumm, M. M. (2019). Waldmedizin – Die Heilkraft der ätherischen Baumöle. Oy-Mittelberg: JOY Verlag .

Bum Jin Park, Y. T. (Februar 2009). The physiological effects of Shinrin-yoku (taking in the forest atmosphere or forest bathing): evidence from field experiments in 24 forests across Japan. Special Feature.

Ernest Bielinis, A. J. (2019). The Effects of a Forest Therapy Programme on Mental Hospital Patients with Affective and Psychotic Disorders. International Journal of Environmental Research and Public Health.

Zimmermann, E. (2011). Aromatherapie für Pflege – und Heilberufe. In E. Zimmermann. Stuttgart: MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH.

 

 

 

 

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In aller Kürze und Würze: Wien | 1985 | Dipl. Krankenpfleger | Dipl. Kräuterpädagoge in Spe | Blogger | Ehemann

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Wichtige Information: Ich blogge hier über persönliche Erfahrungen bzw. recherchiere die hier vorgestellten Themen. Der hier publizierte Inhalt ersetzt keinen Arztbesuch. Ich beschreibe in meinen Posts nur Dinge, die das Wohlbefinden steigern können. Bei anhaltenden Beschwerden solltest du deinen Arzt konsultieren und dich niemals auf nur auf eine Therapieform verlassen!

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