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Unangebrachte Fragen in Bewerbungsgesprächen

Unangebrachte Fragen in Bewerbungsgesprächen

Ich habe vor einiger Zeit Pflegekräfte auf Facebook gefragt, welche Erfahrungen sie während Bewerbungsgesprächen machen mussten. Mir ist bewusst, dass dieses Medium nicht als wissenschaftlich und valide angesehen werden kann. Dennoch: In Gesprächen teilen Menschen gerne ihre persönlichen Erfahrungen.

In diesem Fall über Bewerbungsgespräche bzw. Fragen, der – sagen wir – besonderen Art. Natürlich würde und werde ich in Zukunft gerne positive Beispiele nennen. Dieser Artikel beschreibt jedoch die (mehr) als unangebrachten Fragen bei Bewerbungsgesprächen.

Mir ist teilweise unverständlich welche Fragen den BewerberInnen heutzutage noch gestellt werden. Sie sind erschreckend und zum Teil auch skurril. Vor allem sind sie aber nicht nötig! Sie erzielen keinen Informationsgewinn. Sie stiften meist nur Verwirrung und Verärgerung der KandidatInnen. Und das mit fatalen Folgen. 

Noch vor einer Bewerbung? So rockst du dein nächstes Bewerbungsschreiben!

Ein Bewerbungsgespräch ist keine Einbahnstraße!

 

Fremdschämen im Anflug

 

Auch für BewerberInnen im Pflegeberuf ist solch ein Setting eine Möglichkeit den (potentiell) zukünftigen Arbeitgeber kennen zu lernen. 

 

Persönliche oder tendenziöse Fragen können dazu führen, dass sich BewerberInnen eine andere Stelle suchen. Das kann sich kaum ein Unternehmen innerhalb der Pflegerekrutierung leisten. Tatsächlich kann es ein Unternehmen bis zu € 70.000 kosten eine Pflegekraft zu ersetzen. Das haben Li und Jones 2013 in einer Studie veröffentlicht.  

 

Folgend ein paar Beispiele von Fragen, die in 1980er Jahren schon unangebracht waren.

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Mehr als unangebrachte Fragen während Bewerbungsgesprächen

Kategorie “Unorthodox” 

 

Was ich mit einem Lottogewinn anstellen würde.

 

Ich bin mir nicht ganz sicher was hier seitens des Arbeitgebers erwartet wird. Die Frage ist zumindest überraschend. Wird hier nach Kreativität gefragt? Oder nach der Arbeitsmotivation? Welchen Mehrwert erhofft man sich hier? 

 

“Sie fahren mit dem Auto und sehen am rechten Straßenrand ein Einhorn, was machen Sie?

 

Was soll die Frage? Natürlich würde ich mir dem Einhorn über den Regenbogen Richtung Elfenland galoppieren. Sie? Was hat das mit dem Pflegeberuf und meinen Kompetenzen zu tun? Finden sich solche Sprüche in einem kontrovers diskutierten Buch?

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Kategorie “Religion”

 

Ich hab von einem geistlichen Haus eine Absage erhalten weil meine Eltern nicht verheiratet waren, werd ich auch nie vergessen.

 

Ist das ein Grund KandidatInnen nicht einzustellen? Wurde dies wirklich als offizieller Grund angegeben? Qualifizierte Pflegekräfte wachsen nun wirklich nicht auf Bäumen. Solche Absagen sind ein Armutszeugnis für Unternehmen. 

 

Kategorie “Schwangerschaft und Familienplanung”

 

Gleich vorweg. Es ist eine Frechheit, dass ich dieses Thema hier erwähnen muss. Offensichtlich werden Frauen sehr oft nach ihrer Familienplanung und einer möglichen Schwangerschaft gefragt. Was soll das? Liebe Arbeitgeber, ihr wisst ganz genau, dass dies laut Gleichbehandlungsgesetz nicht erlaubt ist.

 

Auszug aus dem Gleichbehandlungsgesetz

Beispiele gefällig?

 

Eine Klassenkameradin von mir wurde nach der Ausbildung beim Bewerbungsgespräch gefragt ob sie vorhat schwanger zu werden.

 

Ärztliche Bestätigung das ich nicht schwanger bin.

 

Nicht nur danach fragen, sondern sich dies auch noch ärztlich bestätigen lassen zu wollen? Mir fehlen die Worte.

 

Ist Ihre Familienplanung abgeschlossen?

 

Geht es noch ein wenig subtiler?

 

Wenn eine Bewerberin zum Zeitpunkt eines Bewerbungsgesprächs schwanger ist, dann sollte dies jedoch zum Thema gemacht werden. Das ist aber im Interesse der werdenden Mutter. Wenn der Arbeitgeber nichts davon weiß und die Bewerberin auf einer Abteilung eingesetzt wird, die ein Risiko darstellt, dann ist das der Schwangerschaft nicht zuträglich.

 

Kategorie “Sonst geht`s noch?”

 

Das merkwürdigste Vorstellungsgespräch begann so: “Guten Tag,

ich habe leider keine Stelle für Sie die zu Ihrer Bewerbung passt. Allerdings wollte ich eine so junge zielstrebige Frau unbedingt kennenlernen.”

 

Ist das ernst gemeint? Eine Kandidatin einzuladen um sie mal eben “kennenzulernen”? Ich finde es eine Frechheit die Zeit von Menschen so sinnlos zu vergeuden. 

 

Mir wurde mal eine Kopie meines eingereichten Lebenslaufs hingehalten. In Schwarz-Weiß, der Finger der PDL tippte auf das Bild, welches dementsprechend auch in Schwarz-Weiß war, mit den Worten: ‘Sie sehen ganz schön Böse aus. Sowas kann man nicht einstellen.’ Hat sich dann für mich auch gekonnt erledigt.

 

Klar hat es sich erledigt. In der Sekunde. Danke für nichts und einen schönen Tag noch. Was sollen solche diskriminierenden Fragen? Wer möchte bei so einem Arbeitgeber beginnen? 

 

In der Mitte des Gesprächs.

Personalchef: Sagen Sie Mal wo kommen Sie eigentlich her?

Ich: Naja hier aus dem Ort.

Personalchef: Nein wo sind Sie aufgewachsen?

Ich: Ein Ort weiter.

Personalchef: Nein nein wo sind Sie denn geboren?

Ich: Steht ja in der Bewerbung. Paderborn.

Personalchef: Mhhh ok ok . Karanlik ist ja kein deutscher Name . Wo kommen denn Ihre Eltern her?

Ich: ähm meine Mutter aus’m Nachbarort, mein Vater aus der Türkei.

Personalchef: Oh Türkei… Ja ja mhhh. Gut wir melden uns dann bei Ihnen.

War mitten im Gespräch. Also nicht erst am Ende oder so. Hat mich ein bisschen irritiert. Naja ist ne Absage geworden. Wollte da aber auch nicht mehr wirklich hin…

 

Natürlich will niemand da hin. Was sollen die Fragen nach der Herkunft? Wollt ihr einen guten Arbeitnehmer oder nicht? Ist es eigentlich nicht egal wo ein Mensch herkommt, wenn die Referenzen in Ordnung sind? Im Gegenteil, ist es nicht sogar toll Menschen mit verschiedenen Herkünften und Ethnien einzustellen? Die Diversität, die sich viele Unternehmen auf die Fahnen heften, enden schon beim ersten Bewerbungsgespräch. Geboren in Paderborn! Reicht doch als Antwort und steht sicher auf dem Lebenslauf! 

 

Als ich mich für die Ausbildung zur DGKP beworben habe wurde ich an einer Schule gefragt, welche Partei meine Eltern wählen.

 

Wahlgeheimis!

Zusammenfassung

Ich möchte hier wirklich niemanden anprangern. Ich finde es aber schade und erschreckend, dass Pflegepersonal nachwievor solche Fragen gestellt bekommt. Gleichzeitig wird an jeder Ecke händeringend nach Pflegepersonal gesucht. Personen in entscheidenden Positionen können mit solchen Fragen dem Unternehmen aktiv schaden! Stopp! Und zwar sofort! Niemand macht damit einen Gefallen.


BewerberInnen kann ich nur raten, diese Themen aktiv im Bewerbungsgespräch anzusprechen. Ich verstehe die Sorge vor einer möglichen Nicht-Anstellung. Aber möchte man bei so einem Arbeitgeber als Pflegekraft überhaupt arbeiten? Es wäre naiv zu glauben, dass nur Einzelpersonen solche Einstellungen besitzen.

Ich finde es aber durchaus möglich das Gespräch nach solchen Fragen in der Minute höflich zu beenden. Jedenfalls müssen Unternehmen merken, dass solche Fragen in einem Bewerbungsgespräch unangebracht sind. Sonst ändert sich das nicht!  Weitere, nicht zulässige Fragen, findest du übrigens auf Stepstone.

Was denkst du über das Thema? Wurden dir solche Fragen in einem Bewerbungsgespräch gestellt?

 

Ich freue mich über jedes Kommentar!

Hallo und Servus! Willkommen auf meiner Seite. Ich möchte helfen den Pflegeberuf so zu zeigen wie er ist. Geil! Mit all seinen Vor, - und Nachteilen. Zudem habe ich es mir zur Aufgabe gemacht Pflegepersonen bei ihren Karrieren zu unterstützen. Freut mich das du hier bist!
Thomas Endl

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Ist ein Quereinstieg in die pflege sinnvoll?

Ist ein Quereinstieg in die pflege sinnvoll?

“Ist ein Quereinstieg in die Pflege möglich?” Eine Frage, die immer wieder im Dunstkreis von Pflegeberufen zu hören ist. 

 

Gibt es darauf eine pauschale Antwort? 

 

Nein!

 

Ist ein Quereinstieg möglich? 

 

Ja! 

 

Macht es für dich Sinn?

 

Komm drauf an!

Es ist nicht unbedingt relevant welchen Beruf du zur Zeit ausübst. Der Pflegeberuf ist fordernd, stressig und oftmals nicht geeignet für all Jene, die gerne und viel Freizeit haben. Das muss ich an dieser Stelle so erwähnen! Es gibt aber doch einige Vorteile den Pflegeberuf – auch als Quereinstieg – zu verfolgen. Ich habe dies im Artikel “Wieso der Pflegeberuf (doch) geil ist” beschrieben.

Nicht für Jeden ist der Quereinstieg in die Pflege sinnvoll

 

Ich kann mich an einen Praktikanten erinnern, den ich auf einer neurologischen Station kennen gelernt habe. Ich war damals schon Dipl. Gesundheits, – und Krankenpfleger. Der Kollege, Mitte 50, wurde bei einer bekannten deutschen IT – Firma gekündigt. Das AMS hat ihm dann vorgeschlagen einen Quereinstieg in die Pflege zu wagen. Seinen ersten Tag kam er in Dienstkleidung und einem Aktenkoffer. Er war nett und stets bemüht.

Ich konnte es ihm aber auch ansehen, dass der Pflegeberuf nicht seinen Erwartungen entsprach. Wenn ich es gewöhnt bin von Montag bis Freitag an einem Schreibtisch zu sitzen, dann ist der Pflegeberuf für einen Quereinsteiger ein mittlerer “Kulturschock”. Umgekehrt fühlen sich die wenigsten Pflegekräfte in einem Bürojob wohl. 

Das ist vollkommen in Ordnung. Ich hoffe es ist klar worauf ich hinweisen möchte. Einen Quereinstieg in die Pflege zu wagen, nur um einen sicheren Job zu haben, ist kein guter Beweggrund. Die Arbeit ist körperlich sehr intensiv. Täglich kommst du mit Körperflüssigkeiten in Kontakt. Das soll dich nicht abschrecken, aber es ist eine Tatsache.

Informiere dich gründlich über den Pflegeberuf

Der Bedarf an Pflegepersonal ist groß. In Österreich werden bis 2030 ca. 76.000 zusätzliche Stellen  (.pdf öffnet sich) gebraucht. Kreativität in der Personalrekrutierung ist demnach gefragt. Und natürlich wird nun auch der Quereinstieg in die Pflege in anderen Branchen beworben. 

 

Krankenhäuser brauchen dich. Pflegeheime auch. Die Hauskrankenpflege ebenso. Der Mangel an Pflegepersonal führt demnach dazu, dass die Ausbildung stärker angepriesen werden muss. Und das ist auch in Ordnung. 

 

Nur möchte ich, dass du dich nicht verleiten lässt. Sprich mit Freunden und Bekannten über deine Idee. Wenn du bei einem Infotag Fragen hast, dann stelle sie. Gehe nicht mit mehr Fragen als Antworten nach Hause. Schreibe Pflegepersonal in Facebook oder Instagram an. Schreibe mir, wenn du Fragen hast. So kannst du dir ein komplettes Bild über den Beruf machen.   

Einen groben Überblick über die unterschiedlichen Berufstypen in der Pflege findest du hier: OTS Pressemeldung der Vinzenz Gruppe. Auch der Orf hat sich dem Thema auf einer Seite gewidmet. Den Artikel kannst du hier nachlesen.

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Zusammenfassung

Ich hoffe ich konnte dir mit dem Artikel einen Input geben ob der Pflegeberuf für dich als Quereinsteiger Sinn macht. Sinn macht es nämlich nicht einen Beruf auszuüben nur weil er krisensicher ist. Oder weil dir das Leute einreden möchten.

 

Mache dir ein Bild über den Beruf. Sprich mit Menschen, die in der Pflege arbeiten. Wie bei jeder Berufsentscheidung ist es wichtig sich vorab zu informieren. Im Pflegeberuf vielleicht noch ein wenig mehr, da wir tagtäglich mit Menschen auf engstem Raum zusammen arbeiten. Und das ist nun mal nicht Jedermanns Sache.

Bist du ein Quereinsteiger in die Pflege oder kurz davor? Lass uns darüber reden!

 

Ich freue mich über jedes Kommentar!

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Wieso der Pflegeberuf (doch) geil ist

Wieso der Pflegeberuf (doch) geil ist

Gerade in Zeiten der Pandemie ist die Notwendigkeit einer professionellen Pflege stärker in den medialen Vordergrund gerückt. Die meist negativ behafteten Artikel handeln meist von “Pflegenotstand” und den schlechten Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern. 

 

Ja es stimmt, die Situation in manchen Ländern Europas ist prekär. Das kann nicht beschönigt werden. Dies sind zum Teil politische und unternehmerische Entscheidungen, die eine negative Auswirkungen auf den Pflegeberuf haben. Das wird auch nicht von heute auf morgen besser werden. Das Thema wird meinerseits vielleicht ein anderes Mal bearbeitet. 

Nicht alles schlecht reden

 

Ich möchte dir dennoch zeigen, wieso der Pflegeberuf (doch) ganz geil ist. Mit den reißerischen Überschriften diverser Medien wird dieser Beruf sicher nicht attraktiv gemacht. Hätte ich mich vor meiner Ausbildung nur über die Medien informiert, wäre ich heute alles nur kein Dipl. Gesundheits, – und Krankenpfleger. Dabei hat der Pflegeberuf einige Vorteile und für viele ist es nach wie vor ein Traumjob. Nicht ohne Grund.

Mein wichtigster Grund warum der Pflegeberuf geil ist, steht übrigens am Ende des Artikels. Spoiler: Kein Grund den du erwarten würdest.

Fundierte, praxisorientierte Ausbildungs!

Egal für welche Ausbildung du dich entscheidest, sie wird die fundierte Theorie deines Alltags bilden. In der Ausbildung zu einem Pflegeberuf kriegst du das nötige Handwerk um die beste Pflege für deine PatientInnen zu liefern. 

 

Dabei wirst du viele Stunden in der Praxis verbringen und so dein Wissen verknüpfen und erweitern. Das ist ein riesen Vorteil! Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du bereits eine gewisse – praktische – Erfahrung. Gepaart mit deinem theoretischen Wissen kannst du im Pflegeberuf durchstarten. 

Keiner hat gesagt, dass es einfach wird! 😉

Pflegerisches und medizinisches Fachwissen (auch für deine Freunde)

Dein pflegerisches und medizinisches Wissen wird über die Jahre zu deinem persönlichen Schatz. Es ist schier unmöglich nichts Neues zu lernen. Es wird immer Themen geben, in die du dich einlesen kannst. Von deinem Wissen profitieren auch deine Familie und Freunde. 

 

Immer wieder werden Personen aus dem Pflegeberuf im private Bereich konsultiert. Und das gibt dir ein gutes Gefühl. Schließlich bist du Expertin in einem Thema.

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Die flexiblen Arbeitszeitmodelle

Teilzeit, Vollzeit, Geringfügig. 20 Stunden, 25 Stunden, 30 Stunden, 40 Stunden. Frühdienste. Spätdienste. Karenzmöglichkeiten. You name it! 

Kaum wie in einem anderen Beruf kann in der Pflege das Stundenausmaß frei gewählt werden. Nach der langen Ausbildung möchtest du Vollzeit arbeiten und volles Gehalt beziehen? Bitte! 

 

Lieber noch studieren? Reichen dir 20 oder 30 Stunden? Alles kein Problem. Keine Lust auf Nachtdienste oder Dienste am Wochenende? Vielleicht kannst du einen Job in einer Ambulanz, in einem Labor oder einer Tagesklinik ergattern. 

 

Wieso ist das eigentlich gut?

 

Weil Zeit für dich bleibt, wenn du es so möchtest! Es dient also deiner persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.

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Weitere Ausbildung: Vertiefe dein Wissen oder werde zum Experten

Unabhängig davon ob du BSc./DGKP, PFA, oder PA bist oder werden möchtest: Deiner weiteren Entwicklung steht nichts im Wege. 

 

Im Bereich der Spezialisierungen kannst du in die Intensivpflege oder in den OP gehen. Du kannst LehrerIn werden. Oder du spezialisierst dich auf Kinder oder die Psychiatrie. 

 

Der ÖGKV hat eine lange Liste erstellt an möglichen Spezialisierungen und Weiterbildungen

 

In Abstimmung mit deinem Arbeitgeber können diverse Ausbildung während der Arbeitszeit gemacht werden und werden zum Teil auch (finanziell) gefördert. Je nach Interesse kannst du also deinen eigenen Weg gehen und deine Pflegekarriere formen, wie du möchtest. Wer weiß was sich daraus ergibt? Viele Pflegepersonen haben sich bereits als AromatherapeutInnen, WundmanagerInnen o.ä selbstständig gemacht. Auch das ist ein möglicher Weg. 

Krisensichere Branche

Ich muss es so sagen. Pflegepersonen wird es immer geben (müssen). Das Gesundheitswesen wie wir es kenne, gibt es nicht ohne Pflegepersonen. Es würde kollabieren. Unabhängig von den Arbeitsbedingungen (die auch in Österreich unterschiedlich sind), kannst du dir sicher sein einen krisensicheren Job zu haben. Selbst wenn ein Krankenhaus geschlossen werden sollte, wird das Angebot den Bedarf nicht decken können. 

 

Kann schon sein, dass du dann nicht mehr auf deiner auserkorenen Station arbeiten kannst. Hey, immer noch besser als arbeitslos sein. Einer der Gründe wieso ich mich selbstständig gemacht habe, ist eben dieser. Wenn alle Stricke reißen sollten, kann ich kommende Woche eine Stelle antreten und wieder regulär verdienen. Der Bedarf an Pflegekräften ist da und wird bleiben. Nicht umsonst möchte das Sozialministerium das Heft in die Hand nehmen

 

Sollte dies der Grund sein in den Pflegeberuf einzusteigen? Nein, wirklich nicht. Aber es darf definitiv eine Rolle spielen.

Lebenslange Freundschaften

Ganz ehrlich: Das ist für mich der wahre Grund warum der Pflegeberuf geil ist!

 

Ein gut funktionierendes Team ist das Um und Auf im Pflegeberuf. Natürlich ist einem nicht jeder oder jede sympathisch. Muss auch nicht sein. Wichtig ist, dass zusammen gearbeitet werden kann um das Beste für die PatientInnen zu liefern. 

 

Harte Dienste, Stress, beleidigende PatientInnen und schlaflose Nächte (und die Ruhetage danach) sind einfacher mit tollen KollegInnen zu überstehen. Je nach Situation kann eine ganz besondere Energie entstehen. Vor allem in harten Zeiten merkt man, dass das Team noch näher zusammengerückt und gemeinsam die Probleme beheben möchte. Das ist wirklich ein tolles Gefühl! 

 

Das schweißt zusammen.

 

Und aus KollegInnen werden FreundInnen.

Nicht umsonst habe ich oft von ehemaligen Kolleginnen gehört, dass “sie schon längst weg wären, wenn das Team nicht wäre”. Ich hatte Nachtdienste, die mir den letzten Nerv und sämtliche Energie gezogen haben. Aber mit einem Partner an der Seite geht vieles leichter von der Hand. 

 

Eine liebe Kollegin von mir treffe ich immer noch regelmäßig. Obwohl wir seit mehreren Jahren nicht mehr zusammen arbeiten, ist der Kontakt nie abgebrochen. Und das ist doch geil, oder? In all den Jahren ist mir dieser Zusammenhalt besonders im Pflegeberuf aufgefallen.  

Zusammenfassung

Viel konnte über den Pflegeberuf in den letzten Jahren gelesen werden. “Pflegenotstand”, schlechte Arbeitsbedingungen und ähnliches. Es stimmt, dass nicht alles rosig ist. Es gibt aber einige gute Gründe warum der Pflegeberuf doch geil sein kann. 

 

Die Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln sind ausgiebig. Im Vergleich zu anderen Branchen ist ein Job als Pflegeperson durchaus krisensicher. Und wer nicht möchte, kann es sich erlauben nicht Vollzeit zu arbeiten. Einem Studium oder anderen privaten Bedürfnissen, kann gut nachgegangen werden. 

Und zu guter letzt ist der Pflegeberuf eine tolle Möglichkeit um lebenslange FreundInnen zu finden. Glaube mir: Das ist der beste Grund für einen Einstieg in den Pflegeberuf. 

Hast du Fragen zum Pflegeberuf? Schreibe mir, ich helfe dir gerne!

 

Ich freue mich über jedes Kommentar!

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So rockst du dein nächstes Bewerbungsschreiben

So rockst du dein nächstes Bewerbungsschreiben

Ich habe als Führungskraft in der Pflege unzählige Bewerbungsschreiben gelesen. Du würdest nicht glauben welche “Fehler” gemacht werden. Ungereimtheiten und Flüchtigkeitsfehler können dir eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch verwehren.

 

Dabei sind diese sehr leicht zu vermeiden. In diesem Beitrag erfährst du wie du die gängigsten Fehler umschiffen kannst und wie du deine Chancen erhöhst zu einem Bewerbungsgespräch für deinen Traumjob eingeladen zu werden.

 

So rockst du dein nächstes Bewerbungsschreiben!

 

So nebenbei: Du musst nicht rocken. Klassisch geht auch.

1. Reiche alle Unterlagen ein!

Uff. Fehlende Unterlagen sind der Beginn vom Ende. Ich muss es so drastisch sagen. Du willst den Job? Dann reiche alle nötigen (laut Inserat) Unterlagen ein. Ausnahmslos. 

 

Wird ein Bewerbungsschreiben erwartet?

 

Dann schreibe eines!

 

Möchte das Unternehmen die Dateien in .pdf Format? Dann konvertiere deine Unterlagen.

Das Unternehmen möchte dir keine Wege in den Stein legen. Es gibt aber innerbetriebliche Vorgänge, die sehr starr sein können. Wenn du dich an die Angaben in der Ausschreibung hältst, kann das Unternehmen deine Bewerbung schneller bearbeiten. Das erhöht wiederum deine Chancen.

Kontrolliere deine Dateien vier Mal wenn es sein muss. Erstelle dir eine Liste und hake sie Punkt für Punkt ab!

Auf geht`s! Kaffee nachladen, los legen! 

2. Starte mit einem Killer Einstieg

<<Ja, Führungskräfte in der Pflege haben wenig Zeit. Ich konnte es selber nicht glauben. Die gerne kolportierten zwei bis fünf Minuten (erwähnt auch die Karrierebibel), die eine Führungskraft pro Bewerbung hat, stimmen.

 

Umso wichtiger, dass deine Bewerbung von Anfang an einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Überlege dir deswegen einen guten Einstiegssatz. 

 

“Ich habe diese Stelle bei XY gesehen und bewerbe mich hiermit.”

 

Jo, eh, so wie die 10 Personen vor dir.

 

Der Einstiegssatz ist sowas wie ein Haken. Dieser soll dazu animieren das Bewerbungsschreiben weiter zu lesen. Du kannst das vergleichen mit einer Produktwerbung. Die Werbekampagnen von XXXLutz sind erfolgreich weil sie den potentiellen Kunden in den Bann ziehen und prägnant sind.

 

Die Werbung für den nächsten Sale ist vergleichbar mit deinem Einstiegssatz. Der Besuch des Möbelhauses ist vergleichbar mit der Einladung zu einem Bewerbungsgespräch.

 

Konkretes Beispiel gefällig?

 

“Es ist noch nicht lange her, da habe ich mit einer Freundin gesprochen wie ich mir meinen Traumberuf vorstelle. Gestern sah ich dann Ihre Stellenausschreibung und wusste: Das ist es!”

 

Dick aufgetragen? Vielleicht. So ein Satz verleitet aber wesentlich leichter zum Weiterlesen als der oben beschriebene Standardsatz. Eine Bewerbung darf zudem ein wenig “Schminke” aufgetragen bekommen.

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3. Du musst aus der Masse herausstechen

Was so aufgesetzt klingt, ist in Wirklichkeit einfach und höchst effektiv. Du musst aus der Masse herausstechen! Ich kann es nicht oft genug betonen. Deine Bewerbung ist nicht die einzige die gelesen wird. 95% der Bewerbungsschreiben gleichen sich.

Das geht dann ungefähr so:

“Hallo, ich bin XY und interessiere mich für die Stelle!” (Klar, interessierst du dich, wieso sonst bewerben?)

 

“Ich möchte erwähnen, dass ich teamfähig, kommunikativ und empathisch bin. Außerdem sind mir PatientInnen besonders wichtig. Zudem liebe ich es im Rahmen des Pflegeprozesses zu arbeiten. Mit mir bekommen Sie eine hart arbeitende Person.”

 

Solche und ähnliche Textpassagen kommen dir bekannt vor? Vielleicht hast du Ähnliches schon selber geschrieben?

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Die gute Nachricht: Du bist nicht alleine!

Im Gegenteil. Ein Großteil der Bewerbungen wird so geschrieben. Da sich die Lebensläufe der BewerberInnen ebenfalls ähneln (zumindest die Ausbildung ist ident), lässt du hier viel Potential liegen um aus der Masse herauszustechen.

 

Wie schaffst du es also zu überzeugen?

Werde konkret! Eine Aufzählung von positiven Charaktereigenschaften (teamfähig, kommunikativ, etc.) kann kaum überprüft werden. Stattdessen erwähne konkrete Beispiele. 


Wieso bist du teamfähig?

So könntest du schreiben: “Ich bin es gewöhnt in einem Team mit 20 Kolleginnen zu arbeiten und weiß, dass wir nur gemeinsam unsere Ziele erreichen können.”

Du könntest noch konkreter werden. Ein Satz könnte beginnen mit “Letztens hat mich eine Kollegin gebeten einen Dienst zu tauschen. Sie hatte einen wichtigen Termin und ich wollte das unterstützen”. 

 

Du brauchst also nicht erwähnen, dass du teamfähig bist, sondern schreibst ein konkretes Beispiel. So kann man die Eigenschaft herauslesen. 

4. Zeige wieso du diesen Job unbedingt willst

Ja, die Pflege ist in einer guten Position. An jeder Ecke werden Pflegekräfte händeringend gesucht. Dies bedeutet aber nicht, dass du deine Bewerbung auf die leichte Schulter nehmen solltest. Es ist nach wie vor kein Selbstläufer eine Stelle zu bekommen.

 

Deswegen mein Rat: Zeige wieso du gerade diese eine Stelle haben möchtest. Wegen dem Geld? Bewirb dich wo anders. Damit du einen Job hast? Bewirb dich wo anders. Es ist weder dem Unternehmen, noch dir fair gegenüber Zeit zu verschwenden, in dem du dich des bewerben Willens bewirbst.

 

Deshalb: Willst du den Job? So, richtig? Dann erwähne das in deinem Bewerbungsschreiben! 

“Ich bewerbe mich für die Stelle, weil mich die Arbeit mit neurologischen PatientInnen sehr interessiert und ich mehr über die Krankheitsbilder lernen möchte!”

 

 

5. Zeige dein Interesse am Unternehmen

 

Diesen Part lassen unheimlich viele BewerberInnen aus. Wieso willst du bei diesem Unternehmen arbeiten? Wegen der Bezahlung? Weil du einen Job brauchst? Bewirb dich wo anders. 

 

Dieser Abschnitt zeigt gleichzeitig dem Unternehmen, dass du dich mit ihnen beschäftigt hast. Welche Werte sind wichtig? Wann wurde das Unternehmen gegründet? Steht es für Stabilität? Wer sind die Ansprechpartner? 

 

All diese Dinge kannst du in zwei, drei Sätzen einfließen lassen um signalisieren, dass du zumindest (und das ist das absolute Minimum) die Internetseite des Unternehmens gelesen hast. 

 

Klar, in welche Richtung es gehen soll?

 

Ist doch besser als “Mag haben”, “Bitte”, oder?

6. Achte auf deine Sprache

 

Mir ist vermehrt aufgefallen, dass sich vor allem für PA und PFA Stellen KollegInnen bewerben, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Keiner erwartet, dass in diesem Fall ein Bewerbungsschreiben in einwandfreiem Deutsch geschrieben ist.

 

Das wäre auch nicht echt. 

 

Was aber gemacht werden kann, ist das Schreiben durch einen Check (z.B.: in Word) laufen zu lassen. So können zumindest die meisten Rechtschreibfehler behoben werden. Du kannst das Schreiben auch von Freunden und Bekannten quer lesen lassen.  

Das Selbe gilt natürlich auch für Alle, deren Muttersprache Deutsch ist. Rechtschreibfehler und eine schlechte Grammatik sind leicht zu vermeiden und vermitteln einen schlechten (ersten) Eindruck.

7. Eine A4 Seite reicht

 

Dein Bewerbungsschreiben sollte nicht länger als eine A4 Seite sein. Das ist nicht zu viel aber auch nicht zu wenig um alle Punkte unterzubringen.

8. Ein letzter Check vor dem Absenden

 

 Ja, jetzt hast du deine Bewerbungsunterlagen schon drei Mal durchgesehen. Egal. Mach es noch einmal. Du kannst die Unterlagen nochmals von Freunden oder Bekannten durchlesen lassen. Diese haben oftmals einen objektiven Blick und können dadurch umso mehr auf die Details achten. Beherzige meine Tipps für ein gelungenes Bewerbungsschreiben und dein Traumjob ist nur mehr eine Frage der Zeit. 

 

Zusammenfassung

 

Der Bedarf an Pflegepersonal hat es uns ermöglicht relativ einfach eine neue Stelle zu bekommen. Eine Bewerbung ist dennoch kein Selbstläufer und es gibt Hürden zu nehmen. Dabei gibt es einige Tipps, die ich dir ans Herz legen wollte.

Es sind Kleinigkeiten, die für oder gegen dich entscheiden können. Ein Bewerbungsschreiben ist nur der erste Schritt in Richtung deines Traumjobs. Vielleicht sogar der Wichtigste!

Brauchst du Hilfe mit deinem Bewerbungsschreiben? Kontaktiere mich über die sozialen Medien oder kontaktiere mich über das Formular! Ich freue mich!

 

Ich freue mich über jedes Kommentar!

Wie kann ich helfen?

Sharing is Caring!   🙂

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